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Frauenrechtlerinnen verhaftet

IGFM fordert sofortige Freilassung – Neue Qualität der Verfolgung
von Menschenrechtsverteidigern
Frankfurt am Main / Teheran (3. Februar 2009) – Die iranische
Menschenrechtsaktivistin Nafiseh Azad, die zusammen mit zwei anderen
Mitgliedern der "One Million Signatures Campaign" im Norden Teherans
Unterschriften zur Abschaffung der Geschlechterdiskriminierung
sammelte, wurde vergangenen Freitag (30. Januar 2009) verhaftet,
berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
Nafiseh Azad bleibt im Gefängnis und soll wegen "Auflehnens gegen
die staatliche Sicherheit" angeklagt werden.
Am Samstag (31. Januar 2009) wurde auch die Frauenrechtsaktivistin
Alieh Eghdamdoost
von Sicherheitsbeamten in Gewahrsam genommen und zu einem
Revolutionsgericht gebracht. Ihr droht eine dreijährige Haftstrafe,
weil sie im Juni 2006 an einer Demonstration für die Rechte der
Frauen teilgenommen hatte. "Damit ist Eghdamdoost die Erste, die für
die Teilnahme an einem Protest verhaftet wurde. Ihre Inhaftierung
stellt einen neuen Schritt in der Unterdrückung von
Menschenrechtsverteidigern in Iran dar", so die IGFM.
Die IGFM fordert die iranische Regierung auf, beide
Frauenrechtlerinnen unverzüglich und bedingungslos aus der Haft zu
entlassen und das Urteil gegen Alieh Eghdamdoost aufzuheben. Sie
fordert außerdem, dass das seit Dezember 2008 zwangsweise
geschlossene Büro der angesehenen Menschenrechtsverteidigerin
Shirin Ebadi
sofort wiedereröffnet werden kann.
Gesetz für Todesstrafe gegen Apostaten weiterhin anhängig
Daneben ist im Iran ein Gesetzentwurf, der den Abfall vom Islam mit
dem Tod bedroht, weiter anhängig. Zum Inkrafttreten braucht das
Gesetz nur noch den islamischen "Wächterrat" zu passieren. Im
vergangenen September wurden zwei christliche Pastoren von dieser
Anklage freigesprochen (die IGFM berichtete). Im Urteil hieß es
fälschlich, die beiden hätten niemals zum Christentum konvertieren
wollen, sie seien Muslime und daher freizusprechen.
Mahmoud Matin Azad,
einer der Pastoren, stritt jedoch ab, jemals seine Zugehörigkeit zum
Christentum geleugnet zu haben.
Beobachter spekulieren, dass die falsche Darstellung der Richter und
der daraus resultierende Freispruch auf politischen Druck
zurückzuführen ist, der durch die internationale Ablehnung des
iranischen Apostasiegesetzes hervorgerufen wurde. Die Pastoren
befürchten jedoch, erneut verhaftet oder außergerichtlich umgebracht
zu werden.
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