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Hartes Vorgehen gegen religiöse Minderheiten

Mitglieder der Baha'i und Sufis im Zentrum von Anklagen und Einschüchterungsmaßnahmen

Laut dem amerikanischen Fernsehsender CBS und anderer Quellen, die sich auf iranische Nachrichtenagenturen berufen, drohen sieben angeklagten Führungsmitgliedern der Baha'i drakonische Strafen durch das iranische Revolutionsgericht, wenn nicht gar die Todesstrafe, da ihnen Spionage für Israel vorgeworfen wird. Während die Anklage behauptet, dass die zwei Frauen und fünf Männer gestanden hätten, Kontakte mit anderen Ländern, einschließlich Israel unterhalten zu haben und von diesem Ländern Anweisungen entgegengenommen zu haben, betonen Sprecher der Baha'i-Gemeinschaft die Unschuld der Festgenommenen.

 

 

Die sieben hätten lediglich für die Verwaltung der 300.000 Mitglieder starken Gemeinschaft gearbeitet, was der iranischen Regierung bekannt sei. Für einige Zeit hatte die bekannte Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi den Fall übernommen, nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wurde sie infolgedessen Opfer zahlreicher Einschüchterungsversuche.

Der Konflikt mit den Baha'i im Iran dauert schon länger. Vor 25 Jahren hatte der Staatsanwalt sämtliche Aktivitäten der Gemeinschaft für "illegal" erklärt. Die Baha'i-Religion ist eine Mitte des 19. Jahrhundert aus dem schiitischen Islam entstandene, eigenständige Religion. Sie hat einen eigenen Propheten und eigene Schriften und ersetzte das islamische Gesetz, die Scharia, durch ein neues, mit der Moderne kompatibles. In ihr herrscht auch ein weitgehend entspannteres Verhältnis zwischen Mann und Frau. Die gesamte neunköpfige Bahai-Führung wurde 1980 verhaftet, von ihnen fehlt bis heute jede Spur. Die Gemeinde geht von ihrer Hinrichtung aus. Die 1981 gewählten Führungsmitglieder wurden allesamt verhaftet und hingerichtet. Dasselbe Schicksal ereilte 1982 auch die meisten Mitglieder der neuen Führung - (siehe dazu Freie Hand für Todesurteile).

Auch gegen den Orden der Nematollah Gonabadi Derwische wurde in den letzten Jahren wiederholt mit harten Maßnahmen vorgegangen. Ihr Gebetshaus in Isfahan wurde am Montag zerstört. Nach Angaben der Behörden stand es auf zu Unrecht reklamiertem Boden. Für die Vertreter der Sufis ein bloßer Vorwand und das Vorgehen reine Schikane, weil man die Religionsausübung der Sufis als unislamisch abqualifiziere.

Seit dem Amtsantritt Ahmadinedschads gehen die Behörden verstärkt gegen Sufis vor. Willkürliche Verhaftungen, Bedrohungen, Gerichtsurteile und mediale Ausgrenzung der Sufis aus dem staatlich kontrollierten "richtigen Islam" sind seit drei Jahren an der Tagesordnung.

Der Führer der Nematollah Gonabadi Derwische Mostafa Azmayesh lebt im Exil in Frankreich; von dort aus stellt er deutliche Veränderungen in Iran fest, was den Umgang mit seinem Orden angeht: der "heimliche Druck" gegen die Sufis würde verstärkt werden.

Die iranische Regierung läßt dagegen in regierungsnahen Zeitungen verlauten, dass die Sufis vom Westen instrumentalisiert würden:

"Nachdem der Westen damit gescheitert ist, das iranische Nuklearforschungsprogramm anzuhalten, versuchen die Vertreter des Westens wieder Oberwasser zu bekommen, indem sie Mostafa Azmayesh (das Sprachrohr des Gonabadi Sufi Ordens im Westen) benutzen, um Menschenrechtsfragen im Iran aufzuwerfen, so dass sie ihre übergeordneten Ziele erreichen. [..] Nach unseren Informationen haben englische und französische Agenten den Sufi Orden infiltriert und versuchen ihn, für ihre Ziele zu steuern."

Thomas Pany27.02.2009

 

Quelle: Telepolis

 

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